Ich war dort, darum kann ich dir garantieren, dass ich weiß, wie du dich fühlst.
Ich bin griechischer Herkunft, in Deutschland aufgewachsen und lebe heute in Zürich. Aber dieser Weg hat nicht hier begonnen, sondern ganz unten. Schon in der Schule hatte ich enorme Schwierigkeiten, mich selbst zu entfalten – nicht weil ich anders war, sondern weil ich nicht wusste, mit meinen Gefühlen und Emotionen umzugehen. Ich könnte dem System die Schuld geben, doch das wäre zu einfach. Anstatt mich mit meinem Körper, meinen Sinnen und Talenten zu beschäftigen, griff ich zu Joints – und damit fängt die ganze Reise auch an. Ich konsumierte alles, denn ich wollte fühlen, erleben und Spaß haben. Ich merkte nicht, dass ich mein Potenzial unterdrücke, und sicherlich war mir nicht klar, dass ich die nächsten 10 Jahre heftig konsumieren würde.
Ich wurde abhängig. Gras, Kokain, Ketamin, Speed, viel feiern, Alkohol, After Parties und falsche Freunde. Je höher der Kick, desto tiefer die Leere. Alles, nur um meiner eigenen Realität nicht ins Gesicht schauen zu müssen. Ich funktionierte, verdiente gut Geld – und war doch ein armes Schwein, denn ich war innerlich leer und einsam und holte mir die Bestätigung im Außen. Laut, im Mittelpunkt, auf der Suche nach Bestätigung von allen Seiten. Ich lebte in Berlin, das machte es nicht besser. Doch so wenig ich die Schule verurteilen möchte, so wenig verurteile ich die Hauptstadt für meine Zeit. Nicht alles war schlecht, vieles war aufregend – aber das Nervensystem und der Körper vergessen nicht. Die Folgen spürte ich noch Jahre später. Genau diese Erfahrungen sind heute unglaublich wertvoll, denn sie helfen mir, dich zu verstehen und dir in deine Kraft zu verhelfen.
Wie ich das gemacht habe? Mit Entscheidungen, die ich im letzten Moment noch bewusst getroffen habe, und mit der Überzeugung, dass es nie zu spät ist und man alles schaffen kann, wenn man es wirklich will. Darum ist die Hauptfrage stets: „Willst du Veränderung?" Wenn die Antwort ja ist, lies weiter – denn ich verspreche dir, du bist hier zu 100% richtig. Wenn ich es kann, dann kannst du es auch.
2011 habe ich alles hinter mir gelassen. Ein altes Fahrrad, kein Geld, kein Plan. Über sechs Jahre unterwegs. Auf der Straße gibt es kein Versteck. Nur die nackte Realität, jeden Tag. Genau dort habe ich gelernt, was ich heute weitergebe: wie man die innere Unsicherheit aushält, wie man sich dem stellt, wovor man wegläuft, und woher echtes Selbstvertrauen kommt – von innen, wenn du Verantwortung für dein Leben übernimmst. Diese Reise mit dem Fahrrad aus der Garage meines Vaters wurde zur Reise meines Lebens. Ob in Serbien oder Griechenland, in Bulgarien oder Indien, in Nepal oder Bangladesch – ich blieb sauber und lernte mich zum ersten Mal wirklich kennen. Ich bereiste die Welt ohne Geld, kaum vorstellbar, wenn ich heute vom Balkon in Küsnacht auf den See blicke. Was ich hier im Monat an Miete zahle, reichte damals für ein ganzes Jahr. Ich reinigte Toiletten in Gaststätten, half in Restaurants beim Abwaschen – und erlebte zum ersten Mal, dass in mir ein wundervoller Mensch lebte. Ein junger Mann, der die Lust am Leben spürte, ohne sich zu betäuben.
Ich hatte es in meinen Augen geschafft: clean, gesund, die Welt gesehen – und verstanden, dass all meine Limitierungen nur in meinem Kopf existierten. Fast sechs Jahre auf Weltreise, nie mehr als 5–10 Dollar am Tag, keine Versicherung, kein Konto, kein Wohnsitz. Eine Art Obdachloser, befreit von der Abhängigkeit, und mir stand die Welt zu Füßen.
Meine Energie sprühte aus mir heraus, meine Lebenskraft war auf dem Höhepunkt. Und dann fügte sich alles wie Magie: Eine wunderschöne Frau sprach mich auf einem Boot in Griechenland an. Drei Tage später machte sie mir einen Heiratsantrag. Wir setzten alles auf eine Karte – heiraten und die Welt gemeinsam bereisen. Ich war überzeugt, dass diese Ehe und das Leben als Ehemann und Geschäftsmann in Amsterdam genau das waren, was ich mir immer wünschte. All In, im Außen erfolgreich, eigentlich glücklich – und doch endete es tragisch. Mein Bruder sagte mir mal: „Es kommt immer anders, als du denkst."
Mit der Scheidung brach alles zusammen, aber so richtig. Doch dieses Mal bin ich nicht gerannt – nicht wie damals in Berlin, nicht in den Konsum, nicht in Ablenkung. Ich bin geblieben und habe direkt hingeschaut. Therapien, Retreats, Männer-Runden, Gespräche mit meiner Mama, die ihren Sohn leiden sah.
Ich bin ein Mann, der die Welt gesehen, sein Leben dabei völlig verloren und dann doch wieder in die Hand genommen hat. Mein Körper hat mehr Abgründe und Höhen erlebt, als den meisten Menschen lieb ist. Doch ich bin noch hier – heute stärker, bewusster und mutiger als je zuvor.