So viele Menschen fragen mich fast täglich: "Wie kannst du jetzt so schlecht über Drogen sprechen? Du hast alles gemacht, es genossen und dich gefeiert und jetzt auf einmal ist das alles schlecht. Unverständlich. Erklär das mal bitte."
Dann nehme ich mir mal die Zeit. Ich muss jedoch ausholen, sonst macht es keinen Sinn. Dieser Beitrag ist nur meine eigene Meinung, es sind meine eigenen Erfahrungen und ich behaupte nur Sachen, die ich selbst erlebt habe, das ist mein Leben und dient nicht als Anleitung. Falls es inspirieren mag, schön, wenn nicht, tut es mir leid.
Was ich sagen möchte: Hab also keine Erwartungen an das Geschriebene. Danke.
Zu allererst: Was sind Drogen? Ich muss da jetzt nicht googeln, ich sag es wie ich es für mich fühle. Drogen sind eine Form von Erfahrung, die temporär dafür sorgt, dass es sich ziemlich gut anfühlt. Egal ob ich rauche oder was ziehe oder was trinke, ich kann auch 2 Donuts essen und voll auf Zucker sein. Ich kann auch fette Mukke hören und abdrehen und mich wie auf Droge fühlen. Drogen an sich sind erstmal für mich nichts Schlimmes. Wenn ich eine Infektion habe, dann bin ich froh, dass man mir Drogen gibt, damit der Schmerz abheilt und die Entzündung durch die Medikation vergeht.
Habe ich viele Drogen gefuttert? Oha. Warum soll ich daraus ein Geheimnis machen? Ich bin mit 13 zum Gras gekommen, mit 14 zum Speed, mit 15, oder vermutlich schon früher, das erste Mal Kokain. Rauchen war normal, selbst gedreht später und mehrmals rückfällig geworden. Gesoffen habe ich nur, wenn ich mich nicht mehr fühlen wollte. Genießen kann ich Alkohol eh nicht, der hat einfach immer zum Koksen dazugehört. Speed, Ketamine, Pillen und auch MDMA waren mein normales Futter, ich hab in Berlin gelebt, wen überrascht das jetzt, dass ich völlig drauf war. 300 Tage im Jahr.
Die Nutten im Puff und die Escorts zu Hause oder im Hotel kamen erst später. Pausen waren gut, hielten aber nie richtig an. Erst seit Covid und vor allem durch meine Scheidung habe ich verstanden: Ich will nur noch Wasser.
Und jetzt ist ja klar, dass ich auf ganz anderen Drogen bin: Atmung, Sport, Klarheit, Musik, Tanzen, geistige Befriedigung, die keine externen Highs benötigt. Ich wixe nicht mehr, schaue keinen Porno und bin von allem befreit, auch vom Kaffee. Warum?
Das ist einfach meine Art, high on life zu sein. Das heißt nicht, dass das richtig ist. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin gar nicht relevant für diese Gesellschaft, die kann auch ganz gut ohne mich. Dass mich heute Menschen aus aller Welt buchen, ist doch völlig selbstverständlich, wer minimiert denn sein Leben nur auf Wasser und ist von allem befreit? Ich lebe fast wie ein Mönch, um ganz ehrlich mit euch zu sein.
Aber wen wundert das? Ich habe 20 Jahre meines Lebens härter, wilder, hedonistischer und verhurter gelebt, als die meisten Menschen es jemals tun werden. Ich habe die Sachen erlebt, was soll ich mir da jetzt noch im Puff einen wedeln lassen? Und wieso sollte ich Nasen auf einer Afterparty ziehen? Und wieso soll ich morgens Kaffee ballern, wenn ich ins Gym gehe und danach in einen Call mit New York und danach in meiner Küche 1,5 Std. genüsslich koche und auf den See in Zürich schaue?
Ich bin doch mit dem Leben, das ich lebe, völlig befriedigt, mental, emotional, körperlich und seelisch. Mir können Drogen gar nichts mehr geben. Ich habe diese Leere im Innern mit meinem Leben gefüllt. Das war 20 Jahre die härteste und verrückteste Suche, und ich hätte auch draufgehen können. Was für ein Glück, ich bin noch da.
Versteht man jetzt vielleicht besser, warum ich in meinen Videos davon berichte, dass man das alles nicht braucht? Nicht wirklich, gell? Ja, das verstehe ich, denn in unserer Gesellschaft ist Flucht mit Abstand das größte Thema. Und Drogen sind immer auch eine Art Flucht ins Außen, weil man im Innern nicht die Konfrontation erleben möchte. Die eigene Wahrheit über einen selbst tut weh, man muss sich verletzlich machen, um in das Selbstbild eintauchen zu können, in die eigene Seele und deren Leben.
Darum sind Drogen auch so stark verbreitet.
Gestresst? Rauch eine. Ist es gut? Nein.
Genervt? Gib mir ein Bier. Ist das gesund? Nein.
Unzufrieden? Gib mir mein Handy, Ablenkung muss her. Ist das gesund für das Nervensystem? Nein, weiß jeder, interessiert aber keinen, bis man am Arsch ist.
Geil auf Lust, der Porno muss her. Ist das Selbstkontrolle? Nein, aber man will ja bald aufhören. Zu Neujahr, wa?
Dieses ganze Lügengerüst habe ich hinter mir. Ich war ein Schwätzer, ich habe Bilder von einer kaputten Ehe gepostet und so getan, als wäre ich wichtig. Heute weiß ich: Die Drogen und die Flucht haben mich nicht fühlen lassen, wer ich wirklich bin.
Heute? Nüchtern? Ich poste nur noch Videos, die anderen helfen. Was ich esse, braucht keiner sehen. Wen ich liebe, geht niemanden was an. Und was in meiner Seele für Kämpfe ausgetragen werden, darüber spreche ich mit Coaches und Mentoren, die dafür bezahlt werden. Denn ich möchte meinen Freunden nicht meine Dämonen vorstellen. Das ist nicht der Ort dafür, das ist meine Arbeit, die muss ich in mir drinnen machen und die hat im Außen nichts zu suchen.
Das ist der Unterschied zu damals. Heute liefere ich einen Wert für Menschen. Damals war ich der Unterhalter, und wurde sicherlich von vielen unterstützt, weil ich lieb und nett war. Doch ich war auch lost und nicht immer auf dem richtigen Weg. Das hat vor allem meinen Eltern schwer zu schaffen gemacht, und ich kann ihnen nur von Herzen danken, dass sie die Liebe mir gegenüber nicht aufgegeben haben. Danke.
Drogen sind nichts Schlimmes, ich verurteile diese Substanzen nicht. Ich kann dir nur sagen, dass sie alle am Ende nicht dahinführen, wo du hinwillst. Zumindest war es für mich so. Ich habe eigentlich nur die beste Version meiner selbst verschoben, dadurch, dass ich konsumiert habe.
Und jetzt kommen die Leser und Hater und Kritiker und sagen: "Du musst ja nicht immer übertreiben, hättest ja auch nur hin und wieder saufen können und mal hier kiffen und da mal was ziehen."
Ja, klar. Und wer tut das? Hast du schonmal genau hingeschaut und gesehen, dass die meisten Konsumenten gar keine Kontrolle haben und sich nur selbst belügen? Seit ich vor fast 2 Jahren viral gegangen bin und jetzt mit 2,3 Mio. Aufrufen im Monat brutal viel Interaktion mit meiner Community habe, sehe ich ein paar Wahrheiten, die man als Konsument gerne wegdrückt.
a) Jeder Konsum ist eine Art Flucht in die Ruhe, doch diese Ruhe hält nur kurz an. Das Chaos wird damit nicht bereinigt.
b) Jeder Konsum kommt mit Konsequenzen, und man muss Verantwortung für diese Schäden übernehmen.
c) Ohne Konsum ist das Leben langweilig, und viele Menschen können Langeweile nicht aushalten.
Punkt c) ist garantiert etwas, worin ich gut geworden bin. Ich werde darin ein Meister, und das ist nicht überheblich gemeint, sondern ein Training, das ich schon seit 2011 absolviere.
Wenig wollen. Viel aus dem machen, was man hat.
Die Langeweile aushalten ist mit Abstand die größte Hürde für alle, die sauber werden wollen. Die Ablenkungen, Gelüste und Reize warten an allen Ecken, und die meisten Menschen sind nicht bereit zu widerstehen. Das gilt fürs Reden, Zuhören, Essen, Trinken, Saufen, Ficken und sich als Experten ausgeben, auch wenn man keinen Plan hat. Und das sage ich als jemand, weil ich dieser Typ war, der immer dachte, dass er alles weiß und überall mitreden sollte. Das ist anstrengend für einen selbst und auch für das Umfeld.
Demut zu lernen gehört zum Sauberwerden dazu. Bescheiden zu sein ebenso, und mal die Fresse zu halten ist ganz klar ein primärer Teil von Sobriety. Denn am Ende zählt, ob du ins Gym gehst, ein guter Partner bist und deine täglichen Aufgaben erfüllst.
Man muss darüber nicht berichten und noch weniger muss man sich darauf einen wixen, denn man ist nicht relevant. Ich selbst habe mich viel zu wichtig genommen. Und ganz klar sind Drogen ein Verstärker von Gefühlen, darum dreht man sich in der Konsumwelt auch viel zu viel um sich selbst.
Man vergisst dabei stark und oft und lange, dass es gar nicht um einen selbst geht. Es geht ums Dienen, um Mehrwert liefern, und darum, dass man als guter Mensch ein Vorbild wird, damit die Welt täglich ein Stück besser wird.
Wenn man aber mit sich selbst nicht im Klaren ist, unrein lebt und sich vergiftet, egal ob 3x die Woche oder 1x im Monat, das ist am Ende unrein. So sehe ich das halt heute. Genau deswegen habe ich alles beendet und lebe nur noch mit Wasser.
Ich war noch nie erfüllter im Leben als jetzt. Und wer denkt, dass ich immer ein tolles Leben hatte und eine gute Energie, dem sage ich heute: Ich bin heute, nüchtern und rein, 4000x mal stärker, besser und gesünder auf allen Ebenen. Ich bin mit Abstand die beste Version von mir selbst, und hab dafür nur eines getan:
Ich hab auf alles verzichtet. Und alles aus meinem Leben geschmissen, das mir nichts gebracht hat. Das war's. Das ist keine Magie, das ist einfach logisch.
Ich denke besser, ich fühle klarer, ich spüre feiner, ich rede schöner, ich laufe besser durchs Leben, lache schöner, fühle mich leichter, habe weniger Sorgen, löse Probleme schneller und einfacher und lasse mich nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Ich antworte bewusster, höre besser zu und führe Beziehungen auf einer Ebene, die gesund und nachhaltig ist. Meine Kontakte mit Menschen spiegeln diese Klarheit, und auch meine moralischen und ethischen Vorstellungen. Ich lebe an einem wundervollen Ort, füge mich der Gemeinschaft und bekomme Anerkennung aus aller Welt.
Wie dumm wäre ich, wenn ich mir wieder Drogen ballern würde, ich würde damit die ganze Arbeit der letzten 5 Jahre zerstören. Für was?
Für Ziggi-Rauch in meiner Lunge?
Für einen Fick im Puff?
Für einen Porno im Suff auf dem Bett mit Olivenöl?
Rauch in meiner Lunge und Weed-Rausch im Blut?
Koks im Blut, um mich wie Gott zu fühlen und Scheiße zu labern?
Besoffen zu sein und die Leichtigkeit zu spüren?
Das ist alles für'n Arsch, und das ist nur meine Meinung. Ich teile das nicht, um anderen zu sagen, was richtig ist. Ich teile das, weil ich seit dem 11. Lebensjahr auf Radio 7 mein Leben teile.
Ich teile, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die in ähnlichen Situationen sind, sie wollen wachsen und lernen von einem, der diesen Weg gegangen ist.
Ich teile, weil ich es für mich nochmals erleben möchte. Die eigene Geschichte auf Papier sehen, lächeln dabei, spüren, dass ich diesen Weg wirklich gegangen bin. Es ist mein Weg. Dabei höre ich Musik und sehe mich mit dem Rad um die Welt fahren, sehe mich vor dem Altar heiraten und an die große Liebe glauben, sehe mich beim Anwalt scheiden, im Puff koksen und im Club tanzen. Ich habe das Leben immer so sehr genossen, dass ich dabei völlig außer Acht gelassen habe, dass das Leben viel weniger braucht, als ich mir immer herausgenommen habe.
Das Leben muss nicht laut sein, im Gegenteil. Es spielt sich in der Stille ab.
Das Leben muss nicht abenteuerlich sein, im Gegenteil, es darf langweilig sein und dich tief erfüllen.
Das Leben ist so komplex, weil ich es komplex gemacht habe. Und doch musste ich durch all die Höhen und Tiefen, um zu verstehen, für mich selbst, im Innern, dass mein Leben halt so laufen musste.
Und angekommen an den Erkenntnissen, die ich heute in mir trage, verspreche ich mir selbst aufrichtig: Ich will nur Wasser trinken und tanzen und Musik hören und im Speedo rumlaufen und spazieren gehen.
Sind deswegen Drogen schlecht? Nein. Nimm sie. Baller dir die Nase zu, vergiss dabei aber nicht, dass das Koks Kinder umbringt, die in Kolumbien vergewaltigt werden, und dass du Kerosin durch deine Nasenhöhlen ballerst. Und das Gras, das du rauchst, macht dein Gehirn kaputt, ich rede nicht von 1x kiffen im Monat, ich rede von den Joints, die du dir jeden Tag durch die Fresse ziehst.
Also versteh mich nicht falsch, ich bin nicht besser als du. Ich bin auch nicht weiter oder erfahrener oder habe mehr Weisheit. Ich habe einfach einen Punkt erreicht für mich selbst, wo ich den Genuss des Lebens auf Verzicht reduziere. Weniger ist mehr für mich. In der Ruhe liegt die Kraft. Es ist sexy für mich, in dieser Klarheit zu sein.
Nach all dem, was ich erlebt habe, denke ich, spüre ich, fühle ich, dass die eigene Realität mit Abstand die größte Droge ist. Und der beste Rausch, den ich im Leben habe, das ist meine Klarheit.
Dass Drogen schlecht sind, das behaupte ich nie in meinen Videos. Ich erzähle einfach mein Leben und will damit anderen etwas mitgeben, ein Stück von meiner Liebe, meiner Geborgenheit, meiner Erfahrungen, die vielleicht dabei helfen, selbst diese Reise des Lebens zu meistern.
Ob ich sie gemeistert habe, weiß ich ja selbst nicht. Ich weiß nur, dass es sich richtig gut anfühlt, hier auf Posten zu drücken, sich dann die Zähne zu putzen, das Gesicht nochmal schön zu waschen, sich zu streicheln und zu wissen, dass ich morgen wieder 3 Calls habe, in denen Menschen sagen, dass sie wachsen, und ich ihnen wirklich helfe, bessere Menschen zu werden.
Würdest du bei solch einem grandiosen Gefühl wieder ziehen, haken, rauchen und saufen? Würdest du bei solch einem geilen Leben wieder in den Puff rennen oder deinen Pimmel wedeln, während auf deinem Bildschirm fremde Menschen ficken?
Ich glaube nicht. Also verstehst du jetzt, warum ich beim Wasser bleibe.
In diesem Sinne, ein Schluck Wasser auf den Beitrag und viel Liebe aus Zürich.
Alexandros Tsachouridis
PS: Hier ist das Insta Video zum Artikel, du kannst dort gerne deinen Gefühlen freien Lauf lassen und dein Herz ausschütten oder Kritik äußern und mich befragen, ich bin gerne für dich da und freue mich, dass du dir die kostbare Zeit genommen hast, um diesen Brief ans Leben und aus meinem Leben zu lesen. Von Herzen Danke, klare Grüße, Alexandros
