Meine lieben Freunde, ich war im Dorf meiner Großeltern. Ich hatte in Zürich das Gefühl, dass ich ans Grab meiner Oma muss — nicht weil ich keine Zeit gehabt hätte, sondern weil ich mein eigenes Leben damals, zu ihren Lebzeiten, in den Vordergrund gestellt hatte.
Anstatt sie zu besuchen, während ich in der Nähe war, habe ich gefeiert. Mies gefeiert, dreckig und unanständig. Details braucht es nicht — wer mich kennt, der weiß was los war.
Ich bin spontan nach Griechenland geflogen, um am Grab meiner Oma um Verzeihung zu bitten. Und im Haus meiner Tante habe ich dann dieses Foto gefunden.
Heute kommt zwar nicht mehr so viel Müll raus wie zu Jugendzeiten, doch den Mund zu halten — das ist auch für mich heute nicht ganz so einfach. Die große Nase hat sich damals schon abgezeichnet. Was da alles durch ging, gehört zur Vergangenheit und muss literarisch nicht mehr zum 400sten Mal beschrieben werden.
Frieden schließen
Ich bin auch zu Verwandten gefahren, um Frieden zu schließen. Ich habe damals zu Reisezeiten vielen Menschen in meinem Leben versucht, meinen Lebensstil aufzudrücken — eine Art Missionieren war das. Ich dachte, mein Weg sei der einzig richtige. Doch in Wahrheit gibt es das gar nicht.
Umso älter ich werde, umso mehr verstehe ich: Jeder lebt in seinem Mikrokosmos und hat mit seinen eigenen Dämonen und Problemen zu kämpfen. Der eine geht so damit um, der andere so — wir alle versuchen mehr oder weniger über die Runden zu kommen.
Es ist verblüffend zu sehen, wie schwer man sich das Leben machen kann — während man in elementaren Momenten bemerkt: Das Leben ist so einfach. Denn man wird unter der Erde landen und nichts mitnehmen.
Ich bin auf dem Rückweg nach Zürich und verabschiede mich für dieses Jahr. Habt schöne Feiertage und genießt die harmonische Zeit mit der Familie. Und wenn es nicht harmonisch werden sollte, merkt euch: Wenn du selbst in die Ruhe und in den Frieden gehst, wirkt sich das garantiert positiv auf dein Umfeld aus.
Also ermutige ich dich: Probiere mal mehr zuzuhören und weniger zu reden. Mehr Fragen zu stellen, anstatt Meinungen zu teilen. Ja, ich weiß — verrückt, dass das von einer Labertasche wie mir kommt. Doch die letzten Jahre habe ich wirklich Fortschritte in meiner persönlichen Entwicklung machen dürfen. Und ich spüre nur Vorteile — auf allen Ebenen in meinem Leben.
In diesem Sinne — viel Liebe.
Alexandros Tsachouridis
